Saturday, 9 July 2011

Rezension: Verblendung von Stieg Larsson

Verblendung
688 Seiten
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2007
deutsche Ausgabe


Kurzbeschreibung
Der gescheiterte Journalist Mikael soll sich in die Historie der nordschwedischen Großfamilie Vanger einarbeiten und herausfinden, was vor mehreren Jahrzehnten geschah. Die damals 16-jährige Harriet Vanger verschwand aus einem klassischen Agatha-Christie-Setting: beim Familientreffen auf einer Insel, von der keiner weg konnte. Aber wer ist der Mörder - falls es überhaupt einen gibt? Je mehr sich Mikael in die Familiengeschichte einarbeitet, um so mehr Wahnsinn deckt er auf.


Eigene Meinung 
Ich habe mich lange dagegen gewehrt irgendetwas anderes als Fantasy zu lesen. Egal, wie oft von bestimmten Büchern geschwärmt wurde - ich hatte einfach kein Interesse. Doch letztens hatte ich ein kleines Lese-Tief und tatsächlich keine Lust mehr auf Fantasy. Habe mir dann spontan "Verblendung" von meiner Mama ausgeliehen, ohne zu wissen, um was es genau geht. Ich wusste nur, dass es ein Krimi/Thriller ist. Und ich war motiviert. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und bin zum Glück dran geblieben. Denn die ersten 50-100 Seiten haben mir nicht so ganz zugesagt. Das war mir zu viel Firmen-Blabla und Charakter-Einführung. Zu viele Erklärungen. Ich weiß, dass die manchmal sein müssen, aber es ist oft ermüdend.
Jedoch nimmt die Geschichte danach sehr schnell an Fahrt auf und man kann das Buch kaum noch aus den Händen legen. Die Hauptpersonen Mikael Blomqvist und Lisbeth Salander wachsen einem sehr schnell ans Herz und sind beide sehr interessante und eigenwillige Persönlichkeiten. Besonders Lisbeth hat mich fasziniert. Es wird Stück für Stück immer mehr über sie bekannt, aber trotzdem bleibt sie weiterhin mysteriös. 
Die Geschichte hat eine ganz eigene, besondere und sehr dichte Atmosphäre. Besonders die Insel, auf der die Familie Vanger wohnt/e hat etwas geheimnisvolles und unheimliches an sich. Ich hab sehr gerne darüber gelesen. Die ganze Geschichte ist sehr verworren, es treten sehr viele Personen auf, aber trotzdem wird man nicht von Informationen erschlagen, sondern beginnt das "große Bild" langsam zu begreifen. Die Suche von Mikael, die am Anfang noch so sinnlos erscheint, ist einfach grandios beschrieben. Nie ist man sich sicher, wer als Schuldiger in Frage kommt und immer wartet man gespannt auf die nächsten Puzzleteilchen. 
Ich hätte ewig über Mikaels Arbeit lesen können. Und als Lisbeth dann dazustößt wird es nur noch spannender und vor allem gruselig. Wenn man nachts allein im Bett liegt, sollte man bestimmte Stellen vielleicht nicht lesen. Ich war doch überrascht, wie sehr mich die ganze Geschichte gefesselt hat. 


Das einzige Problem, das ich mich dem Buch habe, ist, dass die Auflösung zu früh kam. Die Spannung hätte gerne noch 100 Seiten länger gehalten werden können. Die ganze Firmen-Geschichte hat mich persönlich nämlich wenig interessiert und hätte kürzer abgehandelt werden können. Die Vanger-Story jedoch war ganz, ganz großes Kino! Ich freue mich schon auf den 2. Teil!



Zum Schluss möchte ich noch etwas zur Verfilmung sagen, die ich mir 2 Tage nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, angesehen habe.
Meiner Meinung nach ist die recht überflüssig. Wird der Story nicht gerecht und der Mikael-Schauspieler ist eine Katastrophe. Die Story ist hier, im Gegensatz zum Buch, gar nicht spannend, oder interessant, viele Sachen wurden geändert. Sachen, bei denen es absolut nicht nötig gewesen ist.
Mich konnte nur die Lisbeth-Schauspielerin überzeugen.


Ich weiß nicht, ob ich mir die Hollywood-Verfilmung mit Daniel Craig ansehen werde.. Wahrscheinlich bin ich zu neugierig. Meine Erwartungen sind jetzt jedenfalls sehr niedrig.

No comments:

Post a Comment